Sicherer durchs Leben: Selbstverteidigungskurs für Frauen

Dank dem Kurs hat sich mein Auftreten im täglichen Leben positiv verändert und ich fühle mich sicherer

Bei der Volksbank Freiburg gibt es einen Schulungskatalog, in dem die unterschiedlichsten Angebote sind. Durch eine Arbeitskollegin wurde ich aufmerksam auf einen Selbstverteidigungskurs für Frauen. Da ich schon immer einmal so einen Kurs besuchen wollte, entschied ich mich dafür, mich anzumelden und mitzumachen.

Im Vorfeld habe ich viel Gutes von diesem Kurs gehört und mich sehr darauf gefreut.  Am Freitag Nachmittag ging’s dann also los. Nach der Mittagspause trafen wir uns alle in der Bank und waren schon sehr gespannt, was uns erwarten wird.

Den ersten Nachmittag verbrachten wir erst einmal mit der Theorie. Wir sprachen unter anderem über die verschiedenen Abwehrmittel wie Pfeffersprays, über die Häufigkeit von Übergriffen, über Stresssituationen, darüber, was Adrenalin mit uns macht und  wie man selbstbewusster auftreten kann.

Blaue Flecken inklusive
Samstag morgen um 9 Uhr ging es dann richtig los. Harald Steinhard, Polizist und unser Trainer für das Wochenende, hatte uns zuvor schon gesagt, dass wir mit einigen blauen Flecken rechnen können und es sehr anstrengend werden wird – demnach war ich umso gespannter, was da auf uns zukommen wird …

Der Tag begann mit einer Aufwärmeinheit. Und ich muss erlich sagen, meine Puste war schon da schnell weg. Dann ging es an die Techniken. Erst einmal führten wir diese trocken aus – damit die Ausführungen auch richtig sitzen …  Anschließend mussten wir immer zu zweit zusammen gehen und diese dann üben.

Bevor ich diesen Kurs besuchte, hatte ich ein wenig Angst, dass die Techniken total kompliziert werden würden und es viel zu viel sein wird. Das gute an diesem Kurs war aber, dass sich vieles  wiederholte, die meisten Ausführungen wirklich einfach waren und es nur kleine Abwandlungen gab. Somit konnte man sich die meisten Sachen wirklich gut einprägen und schon schnell ausführen.

In der Selbstverteidigung gibt es die unterschiedlichsten Techniken – bislang war mir keine davon geläufig

Wir haben die verschiedensten Techniken gelernt: Wie wir zum Beispiel aus einem Würgegriff herauskommen, was wir machen, wenn jemand mit einem Gegenstand auf uns zukommt oder wir gar auf dem Boden liegen. Harald war es jedoch auch wichtig, dass wir nicht immer alles eins zu eins ausführen, wie wir es gelernt hatten, sondern ein bisschen kreativ werden und ruhig einige Techniken mixen. Denn bei einem Angriff wird es niemals so kommen, dass wir eine Technik genau nach Schema F anwenden können.  Um sich darauf einstellen zu können, gab er uns deshalb  viele verschiedene Ideen, Tipps und Möglichkeiten mit auf den Weg, wie wir in den verschiedensten Situationen reagieren können.

Hilfestelleungen für jede Situation und jeden Ort
Für Fragen jeglicher Art war er da und half uns. Er achtete  wirklich bei jedem einzelnen darauf, dass er die Übungen gut macht und auch hinbekommt. Durch ständiges Wiederholen aller Techniken und Übungen saßen am Sonntag fast alle wirklich gut.
Wir lernten,  was die Primärziele eines Angreifers sind und dass wir uns nicht nur mit einem Schlag, sondern mit mindestens vier bis fünf Schlägen wehren sollen. Dass wir schreien sollen, so laut wie wir nur können, dass jede Sekunde einem helfen kann und wir den Angreifer  überraschen sollen.

Was ich persönlich  super fand war, dass wir sogar in die Garage gingen und er uns dort Verhaltenstipps gab. Zum Beispiel immer in einem großen Bogen um Ecken laufen, wachsam sein und Gefahrenanalysen machen. Wir stellten auch verschiedene Situationen in einem Bus oder an einer Haltestelle nach und er zeigte uns, wie wir uns in einem Auto wehren können.

Da jeder Mensch in einer Stresssituation natürlich anders reagiert, wollte er uns in eine Stresssituation versetzen.  Dazu machte er extrem laute Musik an, die Augen wurden uns verbunden und wir wurden von allen einmal angegriffen wir sollten uns wehren.  Zusätzlich verwirrte er uns damit, dass er uns drehte und  schupste.  Ich muss sagen, das war eine super Übung, um die Techniken zu vertiefen – denn man merkt direkt, wie Stress das eigene Verhalten verändert.

Alles in allem war ich, bis auf einige blauen Flecken und riesigen Muskelkater, total begeistert von dem Kurs und freue mich schon jetzt auf den Auffrischungskurs im nächsten Jahr. Meine Erwartungen wurden wirklich übertroffen und seit dem fühle ich mich viel sicherer, einfach, weil ich weiß, dass ich nun in einer gefährlichen Situation nicht total hilflos bin.
Auch mein Auftreten im alltäglichen Leben hat sich positiv verändert, ich bin wachsamer und fühle mich einfach sicherer.

Autor: Nadine Krüger

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