Jugendsprache – „Was ist das für 1 life?!“

„Läuft bei dir“ war das Jugendwort des Jahres 2014

Seit 2008 wird jedes Jahr ein „Jugendwort des Jahres“ gewählt. Auch ich selbst nutze einige dieser Wörter, denn ich werde täglich damit konfrontiert. Die Social Medias sind voll davon, egal ob Instagram, Facebook, Snapchat oder Twitter – hier werden die Trends gesetzt und neue Worte in Umlauf gebracht. So zum Beispiel im vergangenen Jahr auch der Satz: „Was ist das für 1 Life“.

„Läuft bei dir“ und „isso“ sind zwei „Jugendworte des Jahres“, die mittlerweile ein fester Bestandteil im Wortschatz von mir und meinen Freunden sind. Ich finde das ganz gut so, dass ich in meiner Freizeit und mit Freunden und meiner Familie meine eigene, andere Art zu sprechen habe als sonst. Eben anders als bei der Arbeit in der Bank.

Ich bin der Meinung, dass die Sprache der Jugendlichen einen starken Einfluss auf unseren deutschen Wortschatz hat. Ob positiv oder negativ lässt sich nicht allgemein sagen, denke ich. Heutzutage ist man nahezu dauerhaft im Internet unterwegs und kommt nicht am jugendlichen Sprachstil vorbei. Es gelingt bloß nicht jedem, zwischen „Freizeitsprache“ und „Schul- und Arbeitssprachstil“ zu switchen.

Bei der Wahl zum Jugendwort des Jahres waren übrigens das die Gewinner der letzten drei Jahre:
2014: „Läuft bei dir“ – cool, krass, Du hast es drauf – wird aber auch oft ironisch verwendet
2015: „Smombie“ – eine Kreuzung aus Smartphone und Zombie. Bei diesem Wort ist aber nicht klar, ob es tatsächlich von Jugendlichen verwendet wird oder ob der Verlag ein eigenes Wort kreiert hat.
2016: „fly sein“ – etwas oder jemand geht besonders ab.

Ich finde die eigene Sprache, spezielle Wörter und Insider sind wichtig für Jugendliche, um sich von Erwachsenen abheben zu können und auch um sich sprachlich zu entfalten. Ich bin davon überzeugt, dass dadurch nicht der normale Sprachgebrauch ausgerottet wird.
Jugendsprache wird von Jugendlichen genutzt, solange sie jugendlich sind. Die Sprache wächst mit einem mit und wird auch reifer.

Übrigens: Die Website www.jugendwort.de wurde vom Langenscheidt-Verlag in Zusammenarbeit mit yaez, Die Arche, Bravo und Taff ins Leben gerufen. Dort hat jeder alljährlich die Möglichkeit, ein Jugendwort einzureichen – aktuell werden gerade wieder Vorschläge gesucht.

Die Kriterien dafür sind sprachliche Kreativität, Originalität, Verbreitungsgrad des Wortes und gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse. Eine Jury wählt aus den Einreichungen die Top 30 aus. Anschließend kann jeder auf der Website für das beste Jugendwort voten, bis Ende des Jahres dann die Entscheidung für das neue Jugendwort des Jahres fällt.

Autor: Jacqueline Sinanov

2 Gedanken zu „Jugendsprache – „Was ist das für 1 life?!“

  1. Entschuldigung, aber mit dem Artikel kann ich nicht sehr viel Anfangen. Ich finde wir benötigen keine Jugendwörter oder Jugendsprache, zumal dies nicht von Jedermann verstanden wird und eher der Abgrenzung dienst. Es dient nicht der Kommunikation mit anderen Altersschichten (oder gibt es vielleicht eine „Alterswort“) Deutsch ist die Sprache der Dichter und Denker (Schiller, Goethe, Hebel usw.) , sie ist so facettenreich und ausdrucksstark, dass Jugendwörter oder auch Anglizismen nur in Ausnahmefällen verwendet werden sollten.

  2. Hallo Herr Maicher,

    Schade, dass es Ihnen mit dem Beitrag so geht.

    Sie haben recht, die deutsche Sprache ist sehr facettenreich. Auch das haben wir der ständigen Weiterentwicklung über viele Jahre zu verdanken, denke ich.

    Es ist genau wie Sie sagen – und wie ich es auch in meinem Text schreibe. Es wird nicht von jedem verstanden, genau darum geht es auch. Die Jugend hat teilweise ihre eigene Sprache um sich von anderen Altersgruppen unterscheiden zu können, was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht in der Lage sind, sich auch mit Menschen anderen Alters unterhalten zu können.

    Meine persönliche Sichtweise über die Jugendsprache ist sehr positiv. Sie gehört zum erwachsen werden dazu, früher bei meiner Mama sowie heute bei mir.

    Ich hoffe Sie können mit dem Text nun mehr anfangen als zuvor.

    Liebe Grüße

    Jacqueline Sinanov

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