Die Banker und ihr Klischee

Kurz vor Ausbildungsbeginn bin ich dann doch etwas nervös geworden – habe ich die Richtige Wahl getroffen?

Als ich meiner Familie und meinen Freunden erzählt habe, dass ich einen Ausbildungsplatz bei der Volksbank Freiburg bekommen habe, waren alle erst mal kurz geschockt.  Sie sagten gleich zu mir, das sei ein reines Verkaufsgeschäft und du müsstest den Kunden alles andrehen können – egal ob du es für notwendig hältst oder nicht.

Auch wurde mir erklärt, dass Banker strenge, langweilige und knallharte Anzugsträger sind, die immer nur ihre Zahlen im Kopf haben, nie den Menschen hinter den Zahlen sehen und somit ihren Kunden auch nicht wirklich helfen möchten. Mit diesen Sprüchen im Hinterkopf rückte mein Ausbildungsbeginn immer näher und ich wurde langsam nervös. Ich habe mir Gedanken über die Bank an sich, meine Kollegen, meinen Arbeitsplatz und meine Mit-Azubis gemacht.  Was wird mich dort erwarten? Wie komme ich mit den Kunden klar? Ist der Bankalltag überhaupt was für mich? Und so weiter…

Doch spätestens als ich die ersten Kollegen getroffen habe, war alle Sorge wie weggeblasen  …

Dann war es soweit –  der erste Tag meiner Ausbildung als Finanzassistentin begann. Gleich am ersten Tag habe ich festgestellt, dass ich noch selten so herzlich und menschlich aufgenommen wurde wie bei der Volksbank Freiburg. Ich fühlte mich gleich dazu gehörig, als Team und Teil eines Ganzen. Überall wurden wir Azubis freundlich empfangen und mit einem netten „Guten Tag „ begrüßt.  Nicht nur in der Hauptstelle in der Bismarckallee, sondern auch in meiner Zweigstelle in Littenweiler war das so. Von meinem ersten Besuch noch während der Einführungswoche bis heute steht der freundliche und wertschätzende Umgang untereinander und im Kundenkontakt im Vordergrund.

Egal wie stressig der Tag auch ist, die Kollegen sind immer hilfsbereit und zuvorkommend, selbst wenn ich nochmal nachgebohrt habe, weil ich etwas nach dem ersten mal fragen nicht verstanden habe.

Viele Leute denken auch, die Kollegen und ich haben kein Privatleben, können weder lustig sein noch Spaß verstehen. Ich kann euch aber versichern, dass das  keineswegs so ist. Wir sind keine Menschen die zum Lachen in den Keller gehen, oder nur Zahlen und die aktuellen Zinskurse im Kopf haben –  auf keinen Fall! Auch wir sind Menschen mit einem normalen Privatleben, Freunden und auch wir machen gerne Party.

Mittlerweile konnte ich übrigens auch meine  Familie und meine Freunde davon überzeugen, dass die Kollegen keine schlechten, strengen, langweiligen oder knallharten Leute sind, die sie nur abzocken wollen und denen es  nur ums Geld geht.

Autorin: Luise Danner

3 Gedanken zu „Die Banker und ihr Klischee

  1. WOW!
    Dieser Beitrag ist einfach gelungen!
    Wir freuen uns, dass Auszubildenden in Deutschland so ein tolles Engagement entgegengebracht wird.
    Letztes Jahr haben über 1,6 Millionen Azubis in Deutschland erfolgreich ihre Prüfungen abgelegt.
    Euer Blog-Eintrag zeigt, dass dieser Erfolgssträne auch weiterhin nichts im Wege steht.
    Der deutsche Mittelstand ist wertvoll und wir sind froh, dass junge Menschen diesen unterstützen wollen.
    Berufsschule (Berufsschullehrer), die Kammern, das Berichtsheft, die Ausbilder und die Ausbildungsbetriebe,
    machen eine Berufsausbildung zur wahren Freude.

    Weiter so!

  2. Sehr geehrter Herr Bechtold,

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