Aktien – ein Plädoyer

Aktien, eine Möglichkeit effektiv Vermögen anzusparen
Aktien:  Eine Möglichkeit effektiv Vermögen anzusparen

Wie ihr bestimmt schon aus meinen anderen Texten entnehmen konntet, interessiere ich mich sehr für das Thema Wertpapiere. Ich habe selber Aktien, bilde mich täglich dazu fort und es macht mir großen Spaß, mein Geld so anzulegen wie ich es möchte. Verwandte, wie auch manche Freunde von mir beschreiben Aktien nur als Teufelszeug, um das eigene hart verdiente Geld zu verbrennen. Eine dunkle Macht, mit denen ein elitärer Kreis aus Zockern und Bankern sein Geld verdient. Das scheint auch der Großteil der Deutschen zu denken, denn nur knapp sechs Prozent der Deutschen investieren direkt in Aktien. Ich bin einer dieser sechs Prozent und ich möchte euch näher bringen, warum ich mein Geld zu einem Großteil in Aktien anlege. Hoffentlich hilft euch das, euch eure eigene Meinung zu diesem Thema zu bilden.

Geschichte der Aktien
Die erste an der Börse gelistete Aktiengesellschaft in Europa war die „Vereinigte Ostindische Kompanie“. Diese Handelskompanie gab ihre Anteilsscheine im Jahre 1602 erstmalig aus. Aktien haben demnach schon eine sehr lange Tradition in Europa. Die ersten Anteilsscheine in Deutschland gab 1809 das Unternehmen „Dillinger Hütte“ aus, das bis heute noch besteht! Viele der im Deutschen Aktienindex gelisteten Unternehmen haben eine lange Historie mit großer Entwicklung hinter sich. Sie haben Kriege, Währungsreformen und andere Krisen überlebt. Für mich ein Argument an dieser standhaften Entwicklung mittels Aktien teilzuhaben.

Bulle und Bär, die "Maskotchen" der Börse. Banker geben damit eine positive oder negative Marktentwicklung an
Bulle und Bär –  die „Maskotchen“ der Börse. Banker geben damit eine positive oder negative Marktentwicklung an

Was sind Aktien?
Um sich dem kontroversen Thema nähern zu können, sollte man zunächst die Frage klären, was Aktien überhaupt sind. Aktien sind Anteilsscheine, die ein privates Vermögensrecht verbriefen. So würde es zumindest mein Lehrer in der Berufsschule erklären. In verständlicher Form bedeutet das, dass ihr Anteile an einem Unternehmen erwerbt. Dadurch, dass ein Unternehmen mehrere Millionen Aktien ausgibt, sind das natürlich sehr kleine Anteile an einem Unternehmen. Aktien gibt es von Unternehmen die hinter ihrem Namen ein „AG“ tragen. Ausgeschrieben bedeutet das Aktiengesellschaft. Die Anteile der meisten Aktiengesellschaften kann man an der Börse erwerben. Diese sind in einem Index gelistet. Der bekannteste deutsche Aktienindex ist der DAX. In diesem sind die dreißig größten Unternehmen Deutschlands gelistet.

Welche rechtlichen Vorgaben sind interessant?
Wenn sich ein Unternehmen dazu entscheidet, sich in die Geschäftsform einer AG umstellen zu lassen, muss es mehrere Vorgaben erfüllen. Zum einen muss das Unternehmen ein Grundkapital von 50 000 Euro vorzeigen können und ist zusätzlich, während es als Aktiengesellschaft agiert, zu weiteren Handlungen verpflichtet. Diese beinhalten die quartalsmäßige Berichterstattung und die Meldung aller unternehmensbeeiflussender Nachrichten.

Das heißt, dass ihr regelmäßig darüber informiert werdet, wie es um das Unternehmen steht, in das ihr investiert habt. Als Aktionär hat man das Recht auf Dividende, Teilnahme an der jährlichen Hauptversammlung und im Falle einer Kapitalerhöhung, das Recht auf den Bezug junger Aktien. Diese Maßnahmen sind für Unternehmen sehr teuer, aus diesem Grund lohnt sich die Umstellung eines Unternehmen auf die Rechtsform einer AG nur für große Unternehmen.

Wall Street, einer der bekanntesten Straßen der Welt und der Standort der New Yorker Börse
Wall Street –  eine der bekanntesten Straßen der Welt und der Standort der New Yorker Börse

Wie bildet sich der Kurs einer Aktie?
Der Preis bildet sich, wie auch in der Marktwirtschaft, durch Angebot und Nachfrage. Wenn viele Personen die Aktie eines Unternehmens erwerben möchten, steigt der Preis. Umgekehrt, wenn viele Händler ihren Bestand an Aktien aus ihrem Depot verkaufen möchten, sinkt der Preis.

Für Aktienbesitzer gibt es verschiedenste Gründe Aktien zu kaufen. Der Hauptgrund für einen Kauf ist für viele die Zukunftsaussichten eines Unternehmens. Bei der Daimler AG setzten zum Beispiel viele Investoren auf die zukünftigen Entwicklung von selbstfahrenden Autos –  ein Markt mit riesigem Entwicklungspotential.

Ein Beweggrund für Aktienbesitzer ihre Anteile an einem Unternehmen zu verkaufen können negative Nachrichten über die prognostizierte Gewinnentwicklung für die nächsten Jahre sein. Teilweise werden aber große Verkaufswellen durch Unternehmensskandale ausgelöst. Ein sehr bekanntes Beispiel aus den Medien ist die Volkswagen AG. Die Manipulation von Abgaswerten der Autos mittels einer Software war für viele Investoren ein Grund ihre VW- Aktien zu verkaufen. Der Preis der Aktie fiel daraufhin innerhalb weniger Tage über dreißig Prozent.

Wie kaufe ich eine Aktie?
Um Aktien an der Börse erwerben zu können, braucht man zunächst einen Broker. Also eine Plattform, auf der man seine Kauf- wie auch Verkaufsorder abgeben kann. In den meisten Fällen übernimmt das eine Bank. Bei mir ist das die Volksbank Freiburg. Als Broker übernimmt die Bank beispielsweise die Ausführung der Orders und die automatische Abführung der Abgeltungssteuer die auf Gewinne. Hierfür bekommt die Bank als Broker für die Depotverwaltung, wie für die Orders, Provisionen. Als Kunde hat man meistens die Möglichkeit seine Kauf- oder Verkaufsaufträge telefonisch, oder wie ich, online aufzugeben.

Warum habe ich mich dazu entschlossen Aktien zu kaufen?
Ich habe den Entschluss 2014 gefasst, als der Zinssatz für die Giro- und Sparkonten schon sehr niedrig war. Mein Kapital wollte ich gewinnbringender anlegen. Über mehrere Monate habe ich mich zum Thema Wertpapiere weitergebildet und dann beschlossen ein Aktiendepot bei der Volksbank Freiburg zu eröffnen. Ich habe mich bei meiner Suche nach passenden Aktien auf sogenannte Dividendenaristokraten konzertiert. Das sind Unternehmen, die über viele Jahre hinweg ihre Dividende jährlich gesteigert haben.

Dividenden sind jährliche „Zinszahlungen“ der Unternehmen die an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Mein Ziel ist es, mir ein passives jährliches Einkommen mit solchen Unternehmen aufzubauen. Ich kaufe Aktien und halte diese so lange wie die Unternehmen gut wirtschaften und jährlich Dividenden auszahlen. Manche meiner Aktien werde ich wahrscheinlich mein Leben lang halten und immer wieder nachkaufen.

Das Schlussplädoyer
Nur rund sechs Prozent der Deutschen investieren direkt in Aktien. Ein Grund dafür ist, dass der typische Deutsche sehr auf Sicherheit bedacht ist und die Schwankungen an der Börse nicht in sein Profil passen. In der Bank fällt mir der deutliche Trend zum Kauf von Investmentfonds auf. Für Privatpersonen, die nur wenig Zeit haben, sich mit dem Thema Aktien und den aktuellen Marktgeschehnissen auseinanderzusetzen, ist das eine optimale Gelegenheit sein Geld anzulegen. Ich selbst habe als Depotbeimischung auch Fonds in meinem Depot.

Für all diejenigen, die sich gerne mit Unternehmensstrukturen und den makroökonomischen Marktgeschehnissen auseinandersetzen, ist der Weg von der Entscheidung eine Aktie zu kaufen bis hin zur Auswahl des richtigen Investments ein interessanter Weg zu lernen.

Ich weis noch ganz genau, wie aufgeregt ich war, als ich mich nach langer Recherche im Internet für eine Aktie entschieden habe und im Brokerage der Volksbank Freiburg meine erste Order aufgegeben habe. Ein ebenfalls sehr toller Moment für mich war es, die ersten Dividendenzahlungen meiner Investments auf mein Girokonto zu bekommen. Das Gefühl man hat in ein Unternehmen investiert und lässt sein Geld für sich arbeiten kann sehr erfüllend sein.

Ich weis es hört sich komisch an, aber für mich hat sich das Investieren in Aktien als richtige Anlagemöglichkeit und auch als Hobby herausgestellt. Ich hoffe immer mehr Leute können sich dafür begeistern und meine Begeisterung für dieses Thema teilen. Es ist eine zeitaufwendige Arbeit, aber mir macht es Spaß. Und wenn sich das Investment in ein Unternehmen mit einem Gewinn im Depot auszeichnet, ist das unbezahlbar.

Ich bin der Meinung,  dass man sich heutzutage nur noch mit Aktien langfristig ein Vermögen aufbauen kann. Mein Vorbild Warren Buffet hat ein Mal gesagt: Man schafft es nur ein Vermögen aufzubauen, wenn das Kapital auch für einen arbeitet wenn man selbst schläft. Sein Vermögen von über 66 Mrd. US- Dollar zeigt, dass seine Aussage nicht unbegründet ist.

Meine Verwandten und Freunde verteufeln Aktien aus dem Grund, dass sie in der Vergangenheit mit einer Aktie eine Bruchladung hingelegt haben. Das ist natürlich ärgerlich – für das eigene Ego wie auch für den Geldbeutel. Aber wie so immer im Leben: Fehler sind da, um zu lernen! Und ich lerne durch mein Aktien- Hobby täglich dazu.

  Autor: Marc Schuler

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