Achtung Betrug: „Rate mal, wer hier spricht?“

Wachsam sein, dann ist das Ersparte vor Betrügern sicher

Das bei einer Bank viel Geld liegt, ist kein Geheimnis. Und auch dass viele Leute dieses Geld gerne haben wollen, ist allgemein bekannt. Die Frage ist nur, wie kommt man an dieses Geld? Sich Geld von der Bank zu leihen und einen Kredit aufzunehmen läge da wohl am nächsten. Klingt langweilig? Naja … für manche gibt es scheinbar noch andere Möglichkeiten …

Wie wäre es mit einem Überfall? – Zuviele Kameras. Das geht nicht mal in Filmen gut aus.
Die Möglichkeit, die ich meine, ist eine eigentlich ganz simple Masche: Dabei versuchen Betrüger die Bank indirekt „zu überfallen“. An Dreistigkeit sind sie dabei kaum zu übertreffen: Mit vielen kleinen psychologischen Tricks versuchen sie den Verstand einer Person auszuschalten und ihn zu den unsinnigsten Taten zu bewegen. „Solche Maschen fallen doch sofort auf“, denkt man da. Das stimmt, wenn man es als Außenstehender betrachtet. Als Betroffener merkt man es leider oft erst zu spät.

Wenn man in einer Bank arbeitet und täglich mit den gleichen Dingen zu tun hat, fallen einem Unstimmigkeiten oder außergewöhnliche Fälle besonders schnell auf – da bekommt man sofort ein schlechtes Bauchgefühl. Betroffen sind aber nicht die, die in einer Bank arbeiten, sondern die Kunden. Meistens sind es ältere Personen, die einsam, schwerhörig oder sogar dement sind,  die zum Opfer werden. Denn solche Menschen sind leichter zu manipulieren. Die Betrüger üben auf diese Personen emotionalen Druck aus, um sie zu einer Handlung zu drängen.

Statt mit einem Überfall versuchen es Betrüger mit einer scheinbar unaufälligeren Masche

Eine typische Vorgehensweise ist über das Telefon: Meisten fangen die Täter mit einer Frage an,  wie etwa: „Rate mal, wer hier spricht?“. Nennt das Opfer daraufhin einen Namen, hat der Betrüger einen gelungenen Einstieg. Oft geben sich die Täter als Enkelin oder Enkel aus, die zu ihrer Oma nur noch wenig Kontakt haben. Wenn die Opfer überzeugt sind, dass es sich wirklich um einen Verwandten handelt, dann ist es schon so gut wie geschafft. Als Grund für den Anruf wird dann Geldnot, beispielsweise im Zusammenhang mit einem Krankheitsfall genannt. Oder es fehlt angeblich das Geld für ein angebliches Schnäppchen wie ein Haus oder ein Auto.

Bevor die betroffene Person dann die Chance hat, im Familienkreis nachzuhaken, wird sie innerhalb kürzester Zeit von anderen Komplizen angerufen, die dasselbe Drama beschreiben, um sie endgültig vom Geschehen zu überzeugen. Das Opfer soll dann das Geld von der Bank abheben oder sogar auf ein ausländisches Konto überweisen. Um ihren vermeintlichen Verwandten zu helfen, kommt es tatsächlich nicht selten vor, dass Menschen alles tun, was die Betrüger von ihnen verlangen. Der Verstand wird dabei ausgeschaltet.

Jetzt ist die Wachsamkeit der Bankmitarbeiter gefragt: Viele Kunden kennen wir, da sie oft in unsere Filiale kommen. Man merkt also gleich, wenn sich jemand anders als sonst verhält. Spätestens wenn  jemand überraschend viel Geld auf einmal abheben möchte, sollten die Alarmglocken klingeln.
Und dann sollte man den Kunden auf diesen sogenannten „Enkel- oder Neffentrick“ ansprechen und mit ihm ganz ruhig darüber reden und ihn aufklären. Liegt so ein Fall tatsächlich vor, wird die Polizei eingeschaltet. Auch für uns Azubis gilt – bei einem schlechten Bauchgefühl lieber noch einmal zur Sicherheit nachhaken, dann lässt sich ein solcher Betrug leicht vermeiden.

Autor: Manuel Schnell

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